California here we come

06Sept
2013

Letzter Tag - La Jolla

Auch unser letzter Tag war wieder perfekt. Nach einem Frühstück in unserem Zimmer, wir hatten uns das übrig gebliebene Brot vom Vorabend beim Italiener einpacken lassen, fuhren wir nach San Diego. Jörg wollte die Marina sehen, ich interessierte mich für das "Gaslampquarter".



Gerne nahmen wir das Angebot, eine zweistündige Hafenrundfahrt zu machen, wahr. Wir besichtigten den Navy-Hafen, erhielten viele Informationen über einzelne Schiffe und fuhren dann am Marriott-Hotelhafen vorbei, wo die ganz Reichen ihre Boote liegen haben, die sie quasi als Hotelzimmer mit dem Marriott-Fullservice nutzen. Wieder sahen wir viele Pelikane und Robben und Seelöwen. Es sieht fast so aus, als ob die Seals hier in Kalifornien zur Plage werden, zumindest bevölkern sie von Menschen gebaute Pontons, die somit nicht mehr genutzt werden können.







 





Im Anschluss an die Hafenrundfahrt besichtigten wir Habor Village, ein direkt am Wasser angesiedeltes Dörfchen, das im wesentlichen aus Souvenierläden und Restaurants besteht, wobei es die Varianten Fast Food, Edelrestaurant oder Edelfastfood gibt.



Interessanter war für uns der anschließende Spaziergang durch das Gaslampquarter, einem älteren Stadtteil San Diegos, der tatsächlich abends noch mittels Gaslaternen beleuchtet wird. In diesem Viertel reihen sich zahllose urige Restaurants und Kneipen aneinander, besondere Läden wie z.B. ein Ghiradelli Schokoladenladen sind zu finden und darüber hinaus haben wir nicht nur das Navy YMCA sondern auch verschiedene Gerichtshöfe entdeckt. Apropos Schokolade: selbstverständlich sah alles im Schokoladenladen genial aus, aber es mangelte uns an Fantasie, wie wir die Schokolade in einer anderen Form als flüssigem Kakao nach Hause bekommen hätten. Wieder einmal war es ca. 35 Grad, was laut Vicky für die Jahreszeit auch in San Diego zu heiß ist.



Nach kurzer Abkühlung im Pool machten wir uns auf den Weg zu Vicky und James. Es war wieder einmal faszinierend: weder Jörg noch ich haben Vicky und James vorher gekannt. Doch nach einem gemeinsamen Abendessen und anschließendem Spaziergang mit den beiden Hunden, die trotzdem sie deutsche Schäferhunde sind, die die deutsche Sprache nicht verstanden, haben wir neue Freunde gefunden. Wir hoffen, auch diese Familie einmal in Deutschland begrüßen und zumindest diesen neuen Kontakt aufrecht erhalten zu können.



Jetzt sind die Koffer gepackt, das letzte Glas Wein ist eingeschüttet und wir sitzen zum letzten Mal auf der zum Hotelzimmer gehörenden Terrasse. Morgen früh um vier wird der Wecker klingeln und um 06:45 geht unser Flugzeug.



Somit ist unsere Reise nahezu beendet. Abschließend bleibt nur zu sagen, dass wir wieder einmal eine Traumreise erlebt haben. Wir haben unglaubliche Naturgebiete gesehen, haben faszinierende Städte besucht, nicht nur einen Hauch von Glamour gespürt und durften alte Bekannte wieder sehen und neue Freundschaften schließen.


In der Hoffnung, dass wir die netten Menschen, die wir getroffen haben noch einmal wiedersehen und dass wir noch einmal die Chance zu einer solchen Reise bekommen, freuen wir uns jetzt auch wieder auf zu Hause, auf unsere Kinder und ein bisschen auch auf den Alltag.



 

05Sept
2013

La Jolla

Unser heutiger Urlaubstag ähnelte fast dem Urlaubstag eines typischen deutschen Pauschaltouristen. Zunächst gönnten wir uns ein Luxusfrühstück hier im Hotel, ich bekam endlich meine Pancakes mit Maple Sirup. Danach machten wir einen kleinen Spaziergang entlang der Uferpromenade. Erst als ich Jörg darauf aufmerksam machte, dass wir zu solchen Aktivitäten auch noch nach Eintritt in das Rentenalter Zeit hätten, konnte er sich vom Anblick der Taucher, die entweder ihren Tauchgang gerade beendet hatten oder sich bereitmachten, losreißen.



Jörg hatte bereits eine schöne Strecke für unsere nun schon fast alltäglich gewordene Kurzwanderung ausgemacht. Wir fuhren zum Torrey Pines Statepark und spazierten entlang eines Trails oberhalb der Steilküste. Wieder einmal wurden wir mit wunderschönen Ausblicken auf den Pazifik belohnt. Der Trail endete am Strand und somit bestanden die letzten 1000 m aus einem Strandspaziergang.





 


Jörg holte unsere bereits im Hotel gepackte Picknicktüte aus dem Auto und wir machten unsere Lunchbreak am Wasser. Wieder einmal fragte ich mich, wer eigentlich für den vielen lästigen und hier auch noch sehr heißen Sand verantwortlich ist. Unser Essen knirschte ein bisschen, trotzdem können wir uns unangenehmere Plätze für ein Picknick vorstellen.



Überrascht hat zumindest mich die Intensität der Sonne. Heute habe ich zum ersten Mal das Gefühl, dass ich meine Haut genügend lang der Sonne ausgesetzt hatte. Mein Mittagsschlaf fand daher auch im Schatten des Innenhofes statt und wir gingen erst wieder an den Pool, als die Sonne schon wieder tief stand.


Heute Abend dann gab es sehr amerikanisch ein Glas Wein zum Sonnenuntergang. Wieder leisteten uns Robben und Pelikane sowie natürlich viele Möwen Gesellschaft.







 





 



Somit haben wir unseren vorletzten Urlaubstag wie ganz normale Urlauber mit viel frischer Luft, Sonne, Strand und Pool verbracht. Es war zwar sehr entspannend aber wir sind uns einig, auf die Dauer wäre ein solcher Urlaub nichts für uns.



 



 

04Sept
2013

Eine lange Autofahrt, Mexiko und La Jolla

Heute morgen starteten wir früh unsere letzte große Etappe von Scottsdale nach La Jolla. Unterwegs fiel uns auf, dass wir ein langes Stück parallel zur mexikanischen Grenze fuhren. Im Reiseführer lasen wir, dass Tijuana aufgrund seiner Nähe zu San Diego völlig amerikanisiert sei und für einen Besuch einer Stadt mit mexikanischem Flair der Ort Mexicali deutlich besser geeignet sei. Spontan beschlossen wir, unseren geplanten Besuch in Tijuana durch einen Besuch in Mexicali zu ersetzen.



Da es uns nicht erlaubt ist, mit unserem Leihwagen nach Mexiko zu fahren, suchten wir im Grenzbereich einen Parkplatz. Auch hier war das Parken, wie anscheinend in den ganzen USA sehr günstig, das Ganztagesticket kostete auf dem bewachten Parkplatz nur drei Dollar. Schwieriger war es nun schon, zu Fuß nach Mexiko einzureisen. Wir folgten einem Herrn, der schnellen Schrittes über unwegsames Gelände Richtung Mexiko lief und fanden uns vor einem Grenzbüro anscheinend bereits in Mexiko gelegen, wider. Wir fragten dort, selbstverständlich in englischer Sprache, wie wir denn einreisen könnten. Man tat so, als würde man uns nicht verstehen, deutete aber auf die gegenüberliegende Straßenseite, so nach dem Motto: Überquert doch die Straße, dann seid ihr dort. Wir hatten beide das Gefühl, nicht ganz legal eingereist zu sein, aber sei's drum. Mexicali ist zumindest im grenznahen, zu Fuß erreichbaren Teil ein heruntergekommenes Nest mit unzähligen Gelegenheiten zum Geldtausch und vielen Zahnarztpraxen. Anscheinend besuchen viele Amerikaner ohne Krankenversicherung mexikanische Zahnärzte. Bereits nach kurzem Spaziergang durch die unansehnlichen Straßen Mexicalis beschlossen wir, wieder auszureisen.



Dieses Mal wollten wir aber den Grenzübertritt auf legalem Weg durchführen. Wir reihten uns zunächst in eine Schlange eindeutig mexikanisch aussehender Menschen ein und sahen dann, dass es eine weitere Reihe mit Ausreisewilligen mit "ready papers" gab. Da wir ja über ein gültiges Einreisevisum für die USA verfügen, erschien es uns logisch, dass wir den Aus- bzw. Einreiseprozess deutlich verkürzen könnten. Wir gingen an der langen Schlange vorbei und wollten die "fast lane" benutzen, wurden aber ziemlich rüde von einem Mexikaner abgewiesen. Also stellten wir uns wieder ganz hinten in die Schlange der Ausreisewilligen. Nach knapp 45 Minuten durften wir dann unsere Pässe vorlegen und wurden....in die fast lane geschickt. Insbesondere aufgrund der Tatsache, dass unsere Einreise nach Mexiko versehentlich ja illegal war, waren wir höchst erleichtert, dass wir wieder in Kalifornien waren. Zudem herrschten Temperaturen von mehr als 40 Grad und der Schweiß lief in Strömen.



Unsere weitere Anreise nach La Jolla verlief dann ereignislos. Faszinierend waren die riesigen Solarenergiefelder, Solarspiegel soweit das Auge reicht und der Anblick von Windenergieparks. Es ist schon beruhigend zu sehen, dass auch die Amerikaner an alternative Energien denken.



Unser Weg führte uns durch die California Mountains, steile Berge, die aussehen, als ob jemand Felsen abgeladen hat. Irgendwie scheinen diese Berge einfach nur riesige Steinhaufen zu sein.



Unser Hotel hier liegt sehr nah am Strand. Daher führte uns unser erster Weg zum Pazifik. Jörg fand das Wasser zwar zu kalt, wir diskutieren derzeit noch, ob die Ostsee wärmer ist, hat sich aber dennoch mutig in die Wellen geworfen. Ich selbst konnte mich nicht so richtig überwinden und habe dann erst im Pool die richtige Abkühlung genossen.



Den heutigen Sonnenuntergang am Pazifik genossen wir in Gesellschaft von Pelikanen und Robben. Einen "Green Flash", Alisons Stiefvater Pepe hatte mir damals erzählt, dass die untergehende Sonne bei Berührung des Meeres diesen auslöst, konnten wir aber nicht sehen.



Abends hatten wir Dinner in einer Bar, auf deren Terrasse herrliche Oldies live und mit Gitarrenbegleitung gesungen wurden. Auch jetzt sitzen wir noch draußen und genießen den lauen Spätsommerabend. Ach ja, in La Jolla werden für morgen Höchsttemperaturen von knapp unter 30 Grad erwartet, also angenehmes "Frühlingswetter".....



 

03Sept
2013

In der Wüste - Scottsdale

Unser Hotel hier in Scottsdale erinnert an eine Oase mitten in der Wüste. Rund um unsere Hotelanlage sind nur ein paar Häuser, im Wesentlichen aber Hügel, unterschiedlichste Kakteen und viele kleine "Lurchis" zu finden.



Heute morgen frühstückten wir auf "unserer" Terrasse, es gab Cracker, Salamischeiben, Käse und Obst (breakfast not included) und Kaffee und Tee aus der zur Zimmerausstattung gehörenden Kaffeemaschine. In den USA ist es üblich, dass jedes Hotelzimmer über eine kleine Kaffeemaschine und zwei bis drei Portionen Kaffee und wenn man Glück hat, über ein bisschen Tee verfügt. Zurück zu unserem Frühstück. Ich war bereits kurz in den Pool gesprungen und fand es trotz nasser Haare bereits vor 09:00 Uhr schon fast zu heiß. Wir beschlossen, unsere geplante Wanderung umgehend zu starten und erstiegen einen in der Nähe gelegenen Berg. Trotzdem wir eigentlich inzwischen ganz andere Anstiege gewohnt sind, gaben wir nach Überwindung der ersten knapp 280 Höhenmeter auf, es war einfach zu heiß.



Wie angenehm war dann das nächste Bad im Pool. Auch im Poolbereich wird man in diesem Hotel liebevoll umsorgt. Immer wieder bekommt man Eiswasser gereicht und sogar die Sonnencreme wird gestellt. Dennoch verzogen wir uns am frühen Nachmittag auf unser klimatisiertes Zimmer und beschlossen, uns eine typisch amerikanische Shoppingmall anzusehen. Trotz des Feiertags heute (Labourday) waren hier alle Läden geöffnet und in der Mall tobte das Leben.



Natürlich mussten wir nach Rückkehr noch einmal den Pool nutzen. Heute Abend dann haben wir unsere Koffer gepackt und uns schon einmal seelisch auf unsere Weiterfahrt nach La Jolla (Nähe San Diego), unserer letzten Station, vorbereitet. Morgen erwartet uns das längste zu fahrende Stück und wir werden den Tag wohl mehr oder weniger im Auto verbringen. Mittwoch planen wir aller Voraussicht nach einen Kurztrip nach Mexiko und für Donnerstag Abend haben wir eine Einladung zum Dinner bei Vicky, der ältesten Gisttochter.

02Sept
2013

Abschied vom Grand Canyon, Ankunft in Scottsdale, Arizona

Als wir heute morgen aufstanden, trauten wir unseren Augen nicht: ein strahlend blauer Himmel, wie wir ihn während des restlichen Aufenthaltes am Grand Canyon nicht gesehen hatten, war über uns. Spontan beschlossen wir, nicht sofort nach Scottsdale aufzubrechen, sondern einen weiteren Spaziergang entlang des Grand Canyons zu machen. Dieses Mal wanderten wir entlang des östlichen Rims und hatten eine wunderbare Aussicht auch auf den Trail, den wir gestern gelaufen sind. Plötzlich entdeckten wir über uns einen California Condor, einen großen Raubvogel mit einer Schwingenbreite von nahezu drei Metern, der vom Aussterben bedroht ist. Majestätisch schwebte er über uns, um dann in der Nähe auf einem Felsen Platz zu nehmen. Leider waren wir mit Kamera und Fernglas zu langsam. Kaum hatten wir beides griffbereit, schwebte der Condor davon. Wir liefen weiter entlang des Rims und kamen an einen Felsvorsprung über dem vier Condore (ist das die Mehrzahl von Condor?) über uns kreisten und uns mehrmals so nahe kamen, dass wir sogar die Zeichnung von Bauch und Schwingenunterseite mit bloßem Auge erkennen konnten, wieder einmal ein beeindruckendes Erlebnis. Da sich kurz darauf der Himmel wieder bezog und sich dicke schwarze Wolken am Himmel auftürmten, führen wir mit dem Shuttlebus zurück zu unserem Auto und machten uns auf den Weg nach Scottsdale.





Ungefähr 70 Meilen von Scottsdale entfernt, passierten wir ein starkes Gewitter. Während an der Stelle, an der wir uns befanden, nur heftiger Regen prasselte, war etwas weiter östlich nichts mehr zu erkennen, eine schwarze Wand durchzuckt von Blitzen, verdeckte den Horizont. Das Thermometer in unserem Auto zeigte nur weniger als 20 Grad Celsius an. Vor uns entdeckten wir strahlend blauen Himmel. Wir fuhren weiter in Richtung Süden und innerhalb einer halben Stunde stieg die Temperatur auf 40 Grad. Auf der Steppe rechts und links des Highway wuchsen Kakteen mit mehreren Metern Höhe. Jörg bat mich, diese aus dem Auto zu fotografieren, was mir aber nur mäßig gelang. Dies ist aber gar nicht schlimm, da unser Hotel hier in eine einzigartige Kakteenlandschaft eingebettet ist.




Unser Hotel ist traumhaft. Gerade haben wir uns zwei Stunden am Pool geaalt und sitzen jetzt bei immer noch heißen geschätzten 30 Grad plus auf der Terrasse. Vorhin konnten wir beide zum ersten Mal in unserem Leben Kolibris in der freien Natur sehen. Besonders Jörg war ganz begeistert.



Welch ein Tag mit Gegensätzen: Temperaturdifferenzen von mehr als 20 Grad innerhalb einer halben Stunde, vom Massenhotel mit noch nicht einmal Campingstandard zum zumindest für unsere Verhältnisse Luxushotel und dann noch morgens Condore bewundern und abends Kolibris live erleben.



Eigentlich können wir nicht dankbar genug sein, dass uns diese Reise möglich ist und glaubt uns, wir sind dankbar!



 

01Sept
2013

Grand Canyon

It never rains in Southern California - aber leider liegt der Grand Canyon in Arizona und so begrüßte uns der Tag heute Morgen mit heftigem Regen. Nach einem typisch amerikanischen Frühstück im Hotel, beschlossen wir, uns zunächst im Grand Canyon Visitor Center umzusehen und danach je nach Wetterlage weitere Pläne zu machen. Das Visitor Center erläutert in interessanter Form die Entstehung und Geschichte des Grand Canyons. Unter anderem wurde ein sehr guter Film gezeigt, den wir uns bei Sonnenschein nie angesehen hätten. Als wir das Visitor Center verließen, hatte der Regen zwar aufgehört, der Himmel war aber weiterhin wolkenverhangen. Daher wollten wir uns nicht zu weit vom Auto entfernen und machten einen Spaziergang entlang des Time Rim, eines Weges am oberen Rand des Canyons entlang, an dem die jeweiligen Gesteinsvarianten in Abhängigkeit ihres Alters erläutert wurden. Der Weg zog sich über mehrere Kilometer, der Grand Canyon ist ja auch schon ziemlich alt und plötzlich befanden wir uns bei strahlendem Sonnenschein am Einstieg des Angel Trails, des Wanderweges, den wir ursprünglich heute wandern wollten. Kurzentschlossen machten wir uns auf den Weg ins Innere des Canyons. Als wir nach ca. einer Dreiviertelstunde am ersten Shelter ankamen und den herrlichen Ausblick bewunderten, fiel uns eine sehr schwarze, sehr viel Gewitter versprechende Wolke über uns auf. Somit beschlossen wir, wieder umzukehren und den Anstieg von 1770 auf 2100 Höhenmeter in Angriff zu nehmen. Nach ca. 10 Minuten brach das Gewitter los. Der Sturm und der heftige Regen haben uns geradezu beflügelt, so dass wir den Aufstieg in der gleichen Zeit schafften wie den Weg bergab. Üblicher Weise geht man davon aus, dass für den Weg bergauf die doppelte Zeit benötigt wird.



Pitschnass und halb erfroren kamen wir nach kurzer Busfahrt mit den auch hier von Parkplatz zu Parkplatz verkehrenden Shuttlebussen an unserem Auto an. Dennoch hätten wir auch auf diese Wanderung nicht verzichten wollen, da auch der Blick im Canyon von unten nach oben sehr beeindruckend ist.



Im Zion Nationalpark waren wir mit einem wanderbegeisterten Amerikaner ins Gespräch gekommen, der meinte, dass die Amerikaner im allgemeinen ihre Naturparks nicht so richtig zu schätzen wüssten und dass im Wesentlichen Europäer hier unterwegs seien. Hier im Grand Canyon Park hat sich dieser Eindruck bestätigt. Manchmal kam es uns vor, als wären wir in Deutschland, so viele deutsche Gesprächsfetzen kamen uns zu Ohren. Außerdem war viel Französisch und Spanisch zu hören. Aber auch Japaner scheinen den Grand Canyon zu lieben und gelegentlich trafen wir auch ein paar Amerikaner.





 





Morgen geht es weiter nach Scottsdale Arizona. Dort erwarten uns Temperaturen um die 40 Grad. Mal schauen, ob wir uns noch nach dem Regen und den noch nicht einmal 20 Grad Celsius am Grand Canyon zurücksehnen...



 

31August
2013

Ankunft am Grand Canyon

Die Strecke von Flagstaff zum Grand Canyon führte uns durch das Arizona Nordic Center, einem großen Skilanglauf-Areal. Eine scheinbar unendliche Hochebene mit lichter Bewaldung auf einer Höhe von 2.400m, scheint hier im Winter zum Skigebiet zu mutieren. Entlang der Strecke wurde immer wieder vor Wildwechsel gewarnt und tatsächlich hüpften Rehmutter und Kitz relativ nah vor uns auf die Straße, änderten aber dann ihre Pläne und verschwanden wieder im Wald. Wieder einmal waren wir auf einer Straße, die meilenweit schnurgerade aus ging, auf der zudem so gut wie kein Verkehr war. Insgesamt haben wir hier weniger als zehn Autos gesehen. Neben der Straße Steppe mit unendlicher Weite und nur ganz vereinzelten Häusern. Manches Mal sah dabei das vorm Haus geparkte Auto größer als das gesamte Haus aus.



Erst als wir uns dem Gebiet des Grand Canyon National Parks näherten wurden die Straßen wieder belebter. Der erste Lebensmittelladen außerhalb von Flagstaff war dann hier in Tusayan. Kaum waren wir am Grand Canyon angekommen, brach ein heftiges Gewitter aus, so dass wir zunächst unser Hotel aufsuchten und glücklicher Weise auch sofort einchecken konnten.



Nachmittags besserte sich das Wetter und wir konnten dem Gand Canyon National Park einen ersten Besuch abstatten. Kaum hatten wir den Eingang passiert, mussten wir anhalten, da Herr und Frau Deer am Straßenrand äsen und dann gemütlich die Straße überqueren wollten.



Und dann plötzlich waren wir am Rand des Grand Canyon. Wieder einmal atemberaubend schöne Aussichten. Mich persönlich überwältigt immer wieder die unendliche Weite, die dieses Land bietet. Vom Rand des Grand Canyons sieht man unberührte Natur soweit das Auge reicht. Nicht eine Straße, nicht ein Haus sind zu entdecken, nur Felsen, Steppe und der Colorado River.



Morgen planen wir, ein Stück den Canyon hinunter zu wandern. Der geplante Trail hat verschiedene Stationen, so dass wir uns zwischendurch orientieren und uns ggf. auf den Rückweg machen können. Wir dürfen nicht vergessen, dass wir jeden Meter, den wir bergab wandern hinterher wieder hinaufklettern müssen.

30August
2013

Orte, an denen die Zeit stehen geblieben ist

Wie geplant machten wir uns heute Morgen zeitig auf den Weg, nicht ganz so zeitig wie geplant, was allerdings an der Stunde Zeitversatz, die wir derzeit gegenüber Kalifornien haben lag (derzeit also nur acht Stunden abziehen!).



Zunächst führte uns unser Weg über meilenweite Straßen, die schnurgeradeaus gingen, die einzige Abwechslung waren die Berg- und Talfahrten. Jörg schlief auf der Beifahrerseite bald ein, ich selbst musste mich mit allen möglichen Gedächtnisübungen wach halten. Plötzlich konnte ich den Lake Powell, eine Stauung des Colorado-Rivers entdecken. Zuvor hatte ich mich schon gefragt, warum in der Wüste so viele Bootslagerplätze angeboten werden...über Hunderte von Kilometern würden selbst Amerikaner ihre Boote nicht zum Überwintern bringen. Wir überquerten den Colorado dann parallel zur Staumauer und hatten auf der Brücke bereits einen kleinen Eindruck vom Grand Canyon. Kurz dahinter gab es eine Scenic Road mit Ausblick auf den Canyon. Ganz amerikanisch, mit Café-to-go in der einen Hand, einem (gänzlich unamerikanisch selbst hergestelltem) Sandwich in der anderen und mit meinen "Bergsteiger-Flipflops" an den Füßen, kletterte ich hinter Jörg den Felsen hinab zum Aussichtspunkt.







Wenig später erreichten wir das Land der Navajo-Indianer und stellten fest, dass unser Auto ein wenig Sprit gebrauchen könnte. Wir folgten einem handgemalten Schild mit dem Hinweis auf eine Tankstelle und kamen in das Dorf Shonto. Wir fanden eine große Grundschule und diverse Häuser, mehr oder weniger ungepflegt, aber keine Tankstelle. In einem Vorgarten arbeitete ein Mann an seinem Auto, vor dem Haus stand ein Truck mit zwei weiblichen Insassen. Auf meine Frage nach einer Tankstelle, antwortete er "Down the Canyon" und meinte dann, wohl aufgrund meines weiterhin fragenden Gesichts: " just follow those guys, they will lead you" und tatsächlich, der Truck wurde gestartet und wir wurden zur Tankstelle gebracht, die tatsächlich down the Canyon, auf der anderen Seite des Dorfes, für uns nicht auffindbar lag. Die beiden Damen verabschiedeten sich und verließen uns. Wieder einmal typisch amerikanisch, immer super hilfsbereit. (Anbei ein Bild zum Titel, so sah es im gesamten Indianergebiet aus).





Unser nächste Ziel war dann Monument Valley, ein Naturschutzgebiet der Indianer mit wieder einmal überwältigenden Gesteinsformationen. Besonders zu erwähnen ist hierbei, dass man mit dem eigenen Wagen über einen 15 Meilen langen Weg geführt wurde, der eher einem Steinbruch als einer Straße ähnelte. Wir fanden das Fahren beide auf dieser Strecke so toll, dass wir tatsächlich zwischendurch einen Fahrerwechsel machten. Auch dieser Besuch hat sich auf jeden Fall gelohnt, auch wenn er einen Umweg von rund 100 Meilen kostete.



 





Heute Abend sind wir in Flagstaff, Arizona und morgen geht es dann zum lang ersehnten Grand Canyon.



 

29August
2013

Bryce Canyon

Gerade fiel mir auf, dass wir eigentlich schon lange den Titel unseres Blogs hätten ändern müssen. Derzeit sind wir Utah, waren schon in Nevada und sind auf dem Weg nach Arizona. Erst die letzten drei Tage sind wir dann wieder in Kalifornien.



Heute wurde unsere Rundreise zu einem Wanderurlaub durch sagenhaftes Gebiet. Bryce Canyon besticht durch faszinierende Steingestalten. Meine Fantasie ließ mich immer wieder andere Situationen, die die Felsen in ihrer Ausrichtung zueinander darstellten, sehen und in einzelnen Felsen Tiere und Figuren. Während Jörgs Kamera Hochleistungen erbringen musste, er hat ungefähr hundert Fotos geschossen, ließ ich die Anblicke auf mich wirken. Die Steinformationen haben durchaus etwas Sakrales und strahlen so viel Friedliches aus, so dass ich zeitweise einfach nur sprachlos war. Ich glaube, ich kann gar nicht beschreiben, was wir sehen durften, man muss diesen Ort einfach selbst erleben.





Atemberaubend, das waren die Anblicke aber auch die Höhe, auf der wir uns befanden (ca. 2600 Meter über dem Meeresspiegel war der höchste Punkt), ließ schon bei leichten Anstiegen Kurzatmigkeit aufkommen. Einer der gewanderten Rundwege führte uns zunächst 250 Höhenmeter bergab und anschließend auf meanderförmigen Wegen wieder bergauf. Wir mussten nicht nur einmal stehenbleiben, nach Luft schnappen und den Schweiß abwischen.



Übrigens, Bryce Canyon ist kein richtiger Canyon, zumindest gibt es hier keinen Fluss, der sich durch die Schlucht schlängelt, alle Gesteinsformationen sind Ergebnis von durch den Regen erwirkter Erosion.





Morgen geht es Richtung Flagstaff, Arizona. Wir wollen früh aufbrechen und noch einen Abstecher zum Monument Valley, ihr kennt den Anblick vielleicht von der Malborow-Zigaretten-Reklame, machen. Somit haben wir ca. 300 Meilen Autofahrt vor uns und das bei ca. 65mph Maximalgeschwindigkeit.



 

28August
2013

Zion National Park

 


Der Weg von Las Vegas zum Bryce Canyon führte uns heute über den Zion Canyon. Eigentlich war dieser Besuch nicht geplant, aber wir haben im Vorfeld von einigen Seiten viel Positives von diesem Canyon gehört. Zuletzt schwärmten David und Wendy von der dortigen eindrucksvollen Natur und sie behielten recht. Wir sind froh, dass wir diesen Weg genommen haben. Der Zion Canyon führt durch steile zum größten Teil rote Steinmassive. Ein Shuttlebus brachte uns zunächst nach ganz oben, wo wir einen Spaziergang entlang des Virgin Rivers machten. Viele Squirrels (graue Eichhörnchen) turnten um uns herum, wohl in der Hoffnung, von uns Futter zu bekommen. Füttern ist jedoch verboten und zudem stehen die Squirrels im Ruf, die Hand, die sie füttert zu beißen. Anschließend nahmen wir den Shuttlebus um den Einstieg in einen weiteren Trail zu bekommen, der uns hoch über dem Fluss einen schmalen Pfad entlang führte, wieder allenthalben roter Stein und viel unglaubliche Natur. Zwischenzeitlich musste ich an "Klein-Roberts" Ausspruch anlässlich einer Wanderung in den Alpen denken: "Mama, wann bekommst du endlich Höhenangst?"





 


Übrigens, das Wetter war heute wieder einmal wie das in Schleswig-Holstein: ca. 20 Grad und leichter Regen, nicht toll, aber für unsere beiden Wanderungen optimal.


Heute übernachten wir in einer großen Hotelanlage in der Nähe des Bryce Canyon. Somit stehen auch morgen wieder Wanderungen durch spannende Felsformationen an, alles irgendwie vorbereitend für unseren Trip durch den Grand Canyon am Freitag. Unser Zimmer ist ganz ordentlich, über das Essen in einer großen amerikanischen Touristenanlage brauche ich wohl nichts mehr zu sagen.



 

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